Nazaré
Home · Reiseführer · Warum Nazaré die größten Wellen der Welt hat

Warum Nazaré die größten Wellen der Welt hat

Ein fünf Kilometer tiefer Unterwasser-Canyon verwandelt einen gewöhnlichen Atlantik-Swell in die größten je gesurften Wellen. So funktioniert es.

Der Nazaré-Canyon

Direkt vor der Praia do Norte liegt der Nazaré-Canyon — der größte Unterwasser-Canyon Europas, rund 230 km lang und bis zu 5 km tief. Ungewöhnlich: Er reicht fast bis an den Strand.

Swell, der durch den tiefen Canyon läuft, ist schnell, während derselbe Swell über dem flachen Schelf daneben abbremst. An der Landzunge treffen beide zusammen und bündeln ihre Energie auf einen einzigen Punkt. So entsteht eine Welle, die zwei- bis dreimal so hoch werden kann wie die Vorhersage fürs offene Meer — aus 3 Metern Swell wird eine 9-Meter-Wand.

Der perfekte Sturm

Ein Gigant-Tag braucht mehrere Zutaten gleichzeitig:

  • Einen langperiodischen Groundswell aus einem Nordatlantik-Wintersturm — Periode ab 14 Sekunden.
  • Die richtige Richtung — West bis Nordwest, damit der Canyon die Energie bündelt.
  • Schwachen oder ablandigen Wind, der die Wellenwand hält, statt sie zerfallen zu lassen.
  • Die Tide, die bestimmt, wo und wie die Welle bricht.

Fehlt eine, bleibt der Tag hinter den Erwartungen — genau deshalb zählt hier eine gute Vorhersage.

Faszinierend — und brutal gefährlich

Fast überall sonst würde so viel Energie einfach zumachen. In Nazaré baut die Konvergenz einen reitbaren Peak — deshalb jagen Tow-in-Surfer ihn per Jetski. Dieselbe Konvergenz wirft aber auch chaotisches Wasser und starke Strömungen auf und hat schon fast Leben gekostet. Vom Land aus nur vom Fort auf der Landzunge zuschauen und niemals auf die Felsen hinabsteigen.

Wann kommen

Die Big-Wave-Saison läuft von Oktober bis Ende März, wenn ein Atlantiksturm den nächsten jagt. In diesem Fenster findet die Nazaré Tow Challenge der World Surf League statt. Der beste und sicherste Aussichtspunkt ist der Farol da Nazaré — der Leuchtturm im Forte de São Miguel Arcanjo aus dem 16. Jahrhundert.

← Zurück zum Reiseführer